Es ist schwierig, zu beschreiben, welche unglaublich beeindruckenden Fahrleistungen Superkarts heutzutage haben. Beschleunigung von 0 auf 100 unter 2,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit, je nach Übersetzung, bis zu 290 km/h. Wenn man jetzt den extrem niedrigen Schwerpunkt (Superkartfahrer sitzen mit dem Hosenboden ca. 3 cm über dem Asphalt) zu den Motorleistungen addiert, kann man sich in etwa ausmalen, welche Fahrleistungen möglich sind. In schnellen Kurven werden schon mal G-Kräfte über 3G realisiert. Mit solchen Geschwindigkeiten kann man natürlich nicht auf den normalen Kart-Strecken fahren. Hier würden Superkarts wahrscheinlich nicht über den ersten Gang hinaus kommen. Superkarts fahren auf den großen Rennstrecken, wie z.B. auf dem Hockenheimring oder auf dem Nürburgring, in Assen, Spa, Zolder, Silverstone oder Le Mans.


Die Kraft wird mittels eines Getriebes via Kette auf eine starre Hinterachse übertragen. Ein Differenzial haben diese Karts nicht. Um jedoch trotzdem durch engere Kurven zu kommen, ist es notwendig, das Chassis, also den Stahlrohrrahmen so zu konstruieren, daß das kurveninnere, hintere Rad unter bestimmten Umständen leicht die Bodenhaftung verliert. Außerdem kann man mit so einem Kart perfekt um die Kurven driften. Das weitere Setup des Fahrwerks und die Kombination aus Drift und Kraftschluss der Reifen mit dem Asphalt machen das Fahren mit Superkarts so spektakulär. Nur wer hier die richtige Einstellung der Technik findet und dieses mit einer guten Portion fahrerischen Könnens paart, ist mit seinem Fahrzeug wirklich schnell unterwegs. Kart und Fahrer unterliegen einem per Reglement festgelegten Mindestgewicht, dies ist aktuell 215kg. Dieses Gewicht muss natürlich auch wieder verzögert werden. Das geschieht mittels einer Hochleistungsbremsanlage. Insgesamt 4 Bremscheiben mit thermisch hochbelastbaren Bremsbelägen schaffen es, ein Kart von 200km/h bis zum Stillstand innerhalb von 35 Metern abzubremsen.


In den letzten Jahren hat auch in diesem Bereich des Rennsports die Elektronik Einzug gehalten. Die gesamte Überwachung der Motordaten, wie z.B. Temperaturen, Lambdawerte, Bremsdruck und Gaspedalstellung werden über viele verbaute Sensoren realisiert und können zusammen mit weiteren Daten nach den Rennen ausgewertet werden. An Bord montierte Kameras zeichnen zu dem Fahrverhalten und manchmal auch die begangenen Fahrfehler auf. Elektronisch verstellbare Zündungen sind jedoch in dieser Klasse verboten, ebenso wie Motorsteuergeräte, sogenannte ECU´s. Die Gemischaufbereitung wird mittels herkömmlicher Fallstromvergasern realisiert, hier kommt in den meisten Fällen die erprobte Technik der Firma Dellorto zum Einsatz. Es würde zu weit führen, hier die komplexen Abstimmungsarbeiten an der Vergasereinstellung zu erläutern, die von der Außentemperatur, den unterschiedlichen Rennstrecken und vielen weiteren Faktoren abhängen. Ein großes Geheimnis eines jeden Teams! Ein weiterer wichtiger Punkt ist die gesamte Aerodynamik. Heckflügel, Frontspoiler und Unterboden sind die wesentlichen Bestandteile, die die Aerodynamik eines Superkarts beeinflussen. Ohne diese Hilfsmittel würde ein Superkart bei Höchstgeschwindigkeit wahrscheinlich wie ein startendes Flugzeug die Bodenhaftung verlieren. Auch hier wird natürlich viel probiert, um eine optimale Kombination aus Bodenhaftung (dem sogenannten Abtrieb) und Höchstgeschwindigkeit hinzubekommen.


PVP Motor Ansicht von links

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